Wettersonden Empfang mit RaspberryPi und SDR Stick

Am Sonntag den 5.8.18 war Dieter DG2NBN misteriösen Wettersonden auf der Spur, welche mutmaßlich südlich von Coburg gestartet wurden. Eigentlich sehr ungewöhnlich, denn die nächste Wettersondenstation ist in Meiningen bzw. bei Amberg in der Oberpfalz. Als ambitionierten Sondenjäger ließ ihn das keine Ruhe und er machte sich auf die Suche. Fündig wurde er auf dem Flugplatz Steinrücken bei Creidlitz, weniger als 1km Luftlinie von mir entfernt. Als quasi Anwohner habe ich intressanterweise davon erstmal gar nichts mitbekommen. Dort gastierten von Ende Juli bis Anfang August angehende Metereologen (Studenten) der Uni München. Diese absolvierten ein metereologisches Praktikum. Neben diversen Messungen mit digitalen und analogen Meßinstrumenten wurden auch Wetterdaten mithilfe von Segelflügen erhoben. Parallel dazu wurde auch zwei mal am Tag eine Wettersonde gestartet, welche auf 403,0 MHz ihre Telemetrie sendete. Die Starts waren Morgens gegen 7 Uhr und Nachmittags gegen 14 Uhr.

Am Montag den 6.8. machte ich mich gegen 13.30 Uhr auf zum Flugplatz und wollte mir das ansehen. Es war sehr sehr interessant muss ich dazu sagen. Gerade da ich auch am Thema Wetter & Co interessiert bin. Um ca. 14.15 Uhr wurde dann auch tatsächlich wieder eine Radiosonde gestartet.

Hier ist noch der Start der letzten Wettersonde am 7.8.18 um 14 Uhr als Video:

Trotz brütender Hitze blieb ich tatsächlich knapp vier Stunden vor Ort und habe mich sowohl mit dem zuständigen Professor als auch mit den Studenten ausführlich unterhalten. Sie waren auch sehr angetan und teilweise überrascht davon, das es wohl Leute (i.d.R. Funkamateure) gibt, die diese Wettersonden empfangen, deren Telemetrie dekodieren und die Daten ins Internet stellen. Und das es dann auch noch welche gibt, die auf Sondenjagd gehen um diese zu bergen, faszinierte sie ebenfalls.

Jedenfalls hat mich diese Begegnung motiviert mal wieder was neues auszuprobieren. Ein Wettersondenempfänger sollte es diesmal sein! Laut Anleitung von OE1FFS sollte es ein RaspberryPi mit SDR Stick werden. Beides hatte ich „rumliegen“. Einen RaspberryPi 3B+ sowie einen NoElec NESDR Smart SDR Stick mit TXCO. Dann war eigentlich nur noch die Software das „Problem“.

Dank der Anleitung von OE1FFS war dies innerhalb weniger Stunden erledigt. Ich begann Dienstag Nachmittag gegen 16 Uhr. Bereits vor 20 Uhr konnte ich erste Ergebnisse sehen.

Leider startete an diesem Abend in Meiningen keine Sonde, aber dafür in Amberg. An der Diamond X200 habe ich allerdings nur ein schwaches Signal empfangen, an der Diamond X50 ebenfalls. Außer einer Fehldekodierung (CRC Error) konnte ich so von der fernen Sonde nichts empfangen. Ich probierte es dann mit einer vertikalen 70cm 9 Element Yagi (DK7ZB), ausgerichtet nach Südosten. Und siehe da, am S-Meter des IC7100 war das Signal rund S9 laut – das sollte doch reichen. Und Tatsache, es wurden fleißig Daten eingelesen.

Einzig allein die Kartendarstellung mit APRSMAPS funktionierte nicht, es wurden kein Kartenmaterial geladen. Die Position der Sonde selbst wurde angezeigt. Aber ohne Kartenmaterial war das auch nicht so sinnvoll. Da muss ich noch etwas nacharbeiten.

Edit 23.08.2018: Das Problem der nicht nachladenden Karten war ein hausgemachtes Netzwerkproblem. Mein DNS Server brauchte dank einer Fehlkonfiguration zu lange zum Antworten, das Ladeskript gm.sh hatte jedoch einen Timeout zum Laden der Dateien vorgegeben. Daran scheiterte der Download. Ohne Timeout bzw. mit repariertem DNS Server funktioniert dies nun auch tadellos.

Hier sieht man den RasPi mit dem SDR Stick:

Aber spannend war es bisher schon. Jedenfalls freue ich mich schon auf den nächsten Besuch der Metereologen in zwei Jahren. Sollten dann wieder Sonden gestartet werden, haben wir auch schon ausgemacht dass wir dann auch auf die Suche nach diesen gehen. Und vielleicht kann man das auch mit etwas Amateurfunk kombinieren.

Für das anpeilen von Wettersonden habe ich eine kleine Yagi entwickelt, welche auf der 5 Element 70cm Yagi in 50 Ohm Design von Martin DK7ZB basiert. Dazu habe ich aber einen seperaten Artikel geschrieben.

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