5 Element Yagi für Wettersondenempfang

Da ich mich in letzter Zeit mit dem Empfang von Wettersonden beschäftigt habe, habe ich mir dazu eine passende Antenne Antenne entwickelt. Wettersonden senden zwischen 400 und 406 MHz. Man kann dafür sicherlich auch 70cm Amateurfunk Yagis verwenden. Allerdings ist die Richtcharakteristik von 70cm Yagis 30 MHz weiter tiefer deutlich schlechter. Gewinn bricht ein, Vor-/Rückverhältnis ebenfalls. Zum ordentlichen Peilen ebenfalls. Ich habe mir daher eine Antenne von Martin DK7ZB hergenommen (70cm 5 Element Yagi 50 Ohm Design) und diese für den Bereich 400 bis 406 MHz angepasst.

Ich habe diese für eine Leichtbauweise berechnet, also mit 4mm Dipol und 3,2mm Parasitärelementen. Mit einem PVC Boom von 20mm oder 25mm wird diese Antenne sehr leicht und dafür für Peilungen ideal. Die Antenne selbst ist ca. 65cm lang, mit „Handgriff“ ist man dann bei ca. 80cm Länge. Die folgenden Grafiken sind direkt aus der Antennenberechnusgssoftware EZNEC 5.0

„X“ bezeichnet die Position auf dem Boom. Punkt „0“ ist der Reflektor. Die weiteren „X“ Angaben sind immer die Entfernung  zum „Nullpunkt“.

Die „Y“ Koordinaten geben die (halben) Elementlängen an. Der Reflektor z.B. ist 2x181mm = 362mm lang. Nur der Strahler ist tatsächlich mechanisch geteilt in der Mitte. Alle anderen Parasitärelemente sind natürlich durchgehend.

Dies ist eine bildliche Visualisierung der Antenne.

Das horizontale Richtdiagramm bei 403 MHz mit den elektrischen Daten.

Und hier das vertikale Richtdiagramm.

Und dies ist die SWR Kurve. Für den Empfang nicht wichtig, aber einigermaßen sollte es schon passen.

Hier könnt ihr euch zum nachprüfen bzw. modifizieren die .EZ Datei für EZNEC herunterladen. Achtung, sie ist in einer ZIP Datei eingepackt, weil WordPress das Dateiformat nicht mag.

Download EZNEC Datei (geZIPt)

UPDATE 23.08.2018

Am 23.08.2018 habe ich die Antenne fertig aufgebaut. Ich hatte vor vielen Jahren angefangen eine 4 Element Leichtbau-Yagi für 2m zu bauen. Jahrelang lagen die fast fertigen Teile im Keller rum. Es mussten quasi nur noch die Elemente auf Länge geschnitten werden. Da ich jedoch für die 4 Element 2m Yagi keine Verwendung mehr habe, habe ich diese zum Bau dieser 5 Element Wettersonden-Yagi hergenommen.


Dies sind alle Einzelteile. Vier Parasitärelement, ein Strahler (offen) und der Boom. Der Boom ist ein handelsübliches 20mm PVC Installationsrohr und die Halterungen dazu sind die passenden Rohrklemmschellen zu dem Rohr (alles aus dem Baumarkt). Ich habe die Positionen, an denen die Elemente hingehören, davor und danach mit Isolierband markiert. Die Elemente kann man seitlich noch etwas drehen, bis alle Elemente in der gleichen Ebene sind. Die Elemente sind 4mm bzw. 3,2mm Alu-Schweißstäbe, man kriegt sie unter anderem im Schweißerfachhandel.


Dies ist der Dipol aus der Nähe. Ich habe dazu einen 4mm Dipolverbinder aus Polyamid genommen, indem die 4mm Alustäbe sind und mit 2,9×9,5mm Blechschrauben im Alurohr fixiert. Da diese Antenne mal zum senden gedacht war, befindet sich noch eine kleine Mantelwellensperre aus RG188 Teflonkabel darin. Diese dient der Symmetrierung und Mantelwellenunterdrückung. Als Anschlußbuchse habe ich eine UHF/PL Chassisbuchse verbaut. Diese war schon für die 2m Antenne vorgesehen, ich wollte das jetzt nicht mehr ändern. Idealer wäre natürlich eine BNC-Buchse, zum schnellen an- und abkuppeln des Koaxkabels. Eigentlich nimmt man auch keine UHF/PL Steckverbinder für den 70cm Bereich, aber da es sich eh nur um eine Empfangsantenne handelt, spielt das keine große Rolle.

Hier sieht man die Antenne montiert im ganzen. Der Boom ist 1m lang, man hat damit noch ca. 30cm Griff-Fläche zum halten. Sie wiegt genau 208 Gramm und ist damit extrem leicht. Ohne Mantelwellensperre und mit BNC-Buchse kann man noch ein paar Gramm sparen.

Damit man im Nahfeld um die Sonde auch noch Peilen kann, ist allerdings noch ein Abschwächer notwendig, da sie Feldstärken sehr groß sind. Dies ist eines meiner nächsten Projekte. Sobald ich was passendes habe, berichte ich hier auf meiner Seite davon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.