APRS Empfang mit RaspberryPi, SDR Stick und den dxlAPRS Tools

Im folgenden Beitrag erfahrt ihr, wie ihr mit den dxlAPRS Tools und einem einfachen SDR Stick ein APRS RX (=nur Empfang) Gateway betreibt und die empfangenen Daten via Internet oder Hamnet zu APRS.fi und/oder zum Kartenprogramm APRSMAP übertragt.

Ihr solltet bereits ein lauffähigs Linux-System (z.B. auf einem RaspberryPi) mit installierten dxlAPRS Tools haben. Wie das funktioniert, lest ihr auf der Seite „dxlAPRS Tools Grundinstallation„.

An Hardware benötigt man neben dem PC nur noch einen passenden SDR-Stick mit dem üblichen RTL Chipsatz. Dieser sollte selbstverständlich einen Antennenanschluss besitzen, damit man eine ordentliche Antenne daran befestigen kann. Sehr zu empfehlen ist der „nooelec NESDR Smart“. Er hat ein stabiles Aluminiumgehäuse, einen SMA Antennenanschluß und einen TXCO. Ein TXCO ist von Vorteil, da der Stick dann von Haus an sehr Frequenzstabil ist und sich nicht warmlaufen muss bzw. man keinen Frequenzkorrekturfaktor ermitteln muss. Der SDR Stick ist in vielen Shops, aber auch beim großen „A“ erhältlich und kostet aktuell ca. 25-30 Euro.

Info: Natürlich kann man mehr Aufwand betreiben, z.B. mit einem Vorverstärker, Bandfilter usw. aber das überlasse ich mal jedem selbst. Ich selbst fahre auch sehr gut ohne VV oder Filter.

Für den APRS Empfang werden folgende Module aus den dxlAPRS Tools benötigt:

  • rtl_tcp (in GNUradio enthalten; zuständig für die Initialisierung des SDR-Servers)
  • sdrtst (Empfangsmodul)
  • afskmodem (Demoduliert die empfangenen AX25 Pakete)
  • udpbox (sammelt alle Daten und leitet diese im APRS Format weiter)
  • udpgate4 (Leitet die APRS Daten an einen APRS-Server [z.B. APRS.fi] oder APRSMAP weiter)
  • Optional: APRSMAP für die lokale Darstellung der Informationen auf einer Karte (nicht notwendig für den Betrieb als RX Gateway)

Zum Starten der Programme sollte man ein Startskript verwenden. Ein vollständiges Beispiel findet ihr am Ende der Seite als Download.
Natürlich kann man auch alle Befehle einzeln in einem seperaten Terminalfenster starten. Das ist aber alles andere als bequem 🙂

Mit dem Tool xfce4-terminal werden die Befehle jeweils in einem seperaten Fenster innerhalb der grafischen Oberfläche gestartet. So hat man dann bei Bedarf alle Terminalfenster auf einen Blick zusammen.

So schaut ein Befehl mit xfce4-terminal aus:

xfce4-terminal --title FENSTERÜBERSCHRIFT --geometry FENSTERGRÖSSE+POSITION -e 'bash -c "BEFEHL"' &

Jedes so gestartete Terminal erhält die angegebene „FENSTERÜBERSCHRIFT“ und wird mit Angaben zur FENSTERGRÖSSE und -POSITION gestartet und es wird ein BEFEHL ausgeführt.

Alle Befehle werden direkt im Ordner /home/pi/dxlAPRS/aprs ausgeführt

SDR-Stick initialisieren

xfce4-terminal --title RTL_TCP0 --geometry 100x15-10-10 -e 'bash -c "rtl_tcp -a 127.0.0.1 -d0 -p 18100"' &

Diese Zeile startet ein Terminal und initialisiert den SDR Server auf dem eigenen Rechner.

Die Parameter:
-a <IP-Adresse> = listen address
-d# = device index (default: 0)
-p <port> = listen port (default: 1234)

Erklärung:

  • Die „listen address“ gibt den eigenen Rechner (172.0.0.1 ist die interne IP-Adresse des eigenen Rechners) als Kommunikationsquelle an (sofern der Stick am selben Rechner hängt).
  • Der „device index“ gibt an, welcher SDR-Stick angesprochen wird. Wenn man mehrere SDR-Sticks angeschlossen hat, werden diese durchnummeriert beginnend mit d0, d1, d2 usw.
  • Der „listen port“ gibt den TCP Kommuniationsport an. Der Server hört auf Port 18100. Wenn man mehrere Sticks verwendet, muss jeder auf einem seperaten Port hören.
  • Das „&“ am Ende der Zeile bedeutet, dass das Programm im Hintergrund laufen soll und das man am selben Terminal oder in selben Script weitere Befehle eingeben kann.

 

Das Empfangsmodul einrichten

xfce4-terminal --title SDRTST1 --geometry 80x20+420-08 -e 'bash -c "sdrtst -t 127.0.0.1:18100 -r 16000 -s /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c /home/pi/dxlAPRS/aprs/qrg0.txt -v"' &

Diese Zeile startet den Empfänger am angegebenen SDR-Stick. Die Datei qrg0.txt enthält die zu empfangenen Frequenzen und Frequenzparamter. Die empfangenen Signale werden in eine sogenannte „Audiopipe“ geschickt. Dabei handelt es sich um eine Art Transferdatei, die es ermöglicht Informationen von einem Programm zum anderen zu tranferieren. Diese Transferdatei kann leider nicht in Archive gepackt werden und muss daher von Hand angelegt werden.

Der Name der pipe kann frei gewählt werden, man muss ihn sich jedoch merken, da man diese auch dem folgenden Modul bekannt geben muss.
Mit den folgenden Befehlen wird die pipe angelegt

cd /home/pi/dxlAPRS/aprs
mknod aprspipe p

Anschließend findet man eine 0-Byte Datei im Ordner mit dem Namen „aprspipe“

In der Datei qrg0.txt (Die Datei kann natürlich beliebig geanannt werden) erfährt der Empfänger, auf welchen Frequenzen er hören muss. Diese muss ebenfalls im Ordner /home/pi/dxlAPRS/aprs gespeichert werden.

#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# QRGG0.TXT - von DL1NUX : Keine Tab-Stops bei der Nutzung von Auskommentierungen (#)!!!
# Original von OE3OSB (2017-07-12)
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# f mhz afc(khz) squelch(0..100) lowpass(0..100) ifwidth (hz)
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# comment
# p <cmd> <value> rtl_tcp parameter like 'p 5 50' ppm, 'p 8 1' autogain on
# f <mhz> <AFC-range> <squelch%> <lowpass%> <IF-width> FM Demodulator
# a <mhz> 0 <squelch%> <lowpass%> <IF-width> AM Demodulator
# u <mhz> <IF-shift> 0 <agc speed> <IF-width> USB Demodulator
# l same for LSB
# AFC-Bereich in +-kHz, Squelch 0 aus, 100 offen, 70 ist normal
# Audio Tiefpass in % Nyquist Ausgabefrequenz Sampelrate, 0 is aus
# IF-width 3000 6000 12000 24000 48000 96000 192000Hz für wenig CPU Auslastung
# (192000 nur mit >=2048khz iq-rate), (4th order IIR)
# (SSB 8th order IF-IIR), Andere Werte haben mehr CPU-Last (12000 default)
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# Parameter für SDR Stick:
# p 5 = Frequenz Offset in PPM - Sticks mit TCXO benötigen die syntax p 5 0
# Bei allen anderen Sticks ohne TXCO muss die Frequenzabweichung in PPM berechnet werden
# z.B.: https://github.com/ptrkrysik/gr-gsm/wiki/Installation-on-RaspberryPi-3
# Wenn Ihnen die PPM für den Stick bekannt ist, hängen Sie ihn hier an: p 5 ppm
# Korrekte Syntax für ppm 50 ist p 5 50
p 5 0
#
# p 8 = Automatic Frequency Control (AFC) Frequenz wird automatisch nachgezogen (wichtig bei Dopplereffekt)
# p 8 1 = AFC an / p 8 0 = AFC aus
p 8 1
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# Einstellen der Frequenz(en) (Wichtig: Als MHz-Trennung einen Punkt verwenden, und KEIN Komma (144.8 anstatt 144,8)
# f <mhz> <AFC-range> <squelch%> <lowpass%> <IF-width>
# Beispiel: f 401.0 5 60 0 6300
# f 439.275 0 0 80 20000 (20khz IF, uses more CPU)
# u 439.5001 -700 0 0 600 (USB with 600Hz CW-Filter at 800Hz
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# Wichtig: Die SDR Sticks haben nur 2 MHz Bandbreite!
# Wenn Sie mehrere Frequenzen überwachen, dürfen diese nicht mehr wie 2 MHz auseinander liegen
# z.B. 144.8 bis 146.7 MHz
f 144.80

Für normalen terrestrischen APRS Empfang auf 144,8 MHz benötigt die QRG Zeile keine weiteren Parameter. Der „Standard“ passt hier.

Erklärung:

  • Wir benutzen einen Stick mit TXCO und benötigen keine Frequenzkorrektur.
  • Die AFC ist an.
  • Wir empfangen in FM auf 144,800 MHz

Kommen wir nun zurück zum ursprünglichen Befehl:

xfce4-terminal --title SDRTST0 --geometry 80x20+420-08 -e 'bash -c "sdrtst -t 127.0.0.1:18100 -r 16000 -s /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c /home/pi/dxlAPRS/aprs/qrg0.txt -v"' &

Die Parameter:
-t <url:port> = connect rtl_tcp server
-r <Hz> = Output sampelrate Hz for all channels 8000..192000. For FM min. 25% more than rx IF-width
-s <soundfilename> = 16bit signed n-channel sound stream/pipe
-c <configfilename> = Read channels config from file (qrg0.txt)
-v = Show rssi (dB) and afc (khz)

Erklärung:

  • Wir connecten uns an den rtl_tcp Server, den wir mit „rtl_tcp“ initialisiert haben mit einer Samplerate von 16 KHz.
  • Als Bindeglied zu rtl_tcp dient die zuvor erstellte Pipe „aprspipe“.
  • Die Frequenzen bzw. Frequenzparameter sind in der Datei „qrg0.txt“ zu finden (siehe oben).
  • Zeige Signal in dB und AFC in KHz.

AX25 Signale dekodieren

xfce4-terminal --title AFSKMODEM --geometry 100x20-10+38 -e 'bash -c "afskmodem -f 16000 -o aprspipe -M 0 -U 127.0.0.1:9001:0"' &

AFSKMODEM dekodiert die empfangenen Signale und macht AXUDP Pakete draus, damit diese weiterverarbeitet werden können.

Die Parameter:
-f <num> = adcrate (16000) (8000..96000)
-o <filename> = oss devicename (/dev/dsp)
-M <num> = (0..7) modem parameters follow (repeat for each modem)
-U <[x.x.x.x]:destport:listenport> = use axudp instead of kiss /listenport check ip

Erklärung:

  • Die Abtastsrate an der Audiopipe (aprspipe) beträgt 16 KHz (muß mit der Angabe bei SDRTST übereinstimmen).
  • Mit -M werden die einzelnen Modems parametriert. AFSKMODEM unterstützt bis zu 8 Kanäle, mit denen Parallel gearbeitet werden kann, z.B. für verschiedene Baudraten oder bei der Nutzung mehrerer Frequenzen.
  • Dieses Beispiel soll einfach gehalten werden und es existiert nur ein Kanal (144,800 MHz) (siehe qrg0.txt) der mit einer Baudrate abgehört werden soll. Es wird daher nur ein Modem eingerichtet (-M 0) und es sendet seine Daten an den eigenen Rechner (127.0.0.1) auf Port 9001. Hören (listen port) tut er hier nicht, deswegen die Angabe „0“. Das wäre notwendig, wenn eine 2-Wege Kommunikation (APRS RX und TX) erfolgen soll, was dieses Beispiel aber nicht umfasst.
  • Kurzgefasst: AFSKMODEM dekodiert die empfangenen Signale und leitet diese per UDP weiter an den nächsten Prozess.

Alle Daten einsammeln und weiterleiten

xfce4-terminal --title UDPBOX --geometry 104x25-10+320 -e 'bash -c "udpbox -R 127.0.0.1:9001 -r 127.0.0.1:9101 -r 127.0.0.1:9105 -v"' &

UDPBOX sammelt alle Daten per UDP ein und verfielfältigt diese, damit sie an unterschiedliche „Empfänger“ weitergeleitet werden können. Will man diese nur an eine Stelle weiterleiten, könnte man den „Zwischenschritt“ UDPBOX auch ganz weglassen. Aber es ist ratsam die Daten neben APRS.fi mindestens zusätzlich auch noch an APRSMAP zu senden. So hat man auf dem Rechner immer auch eine visuelle Kontrolle der empfangenen Daten.

Die Parameter:
-R <ip>:<port> = read raw axudp frame, 0 ip read from all (-R 0.0.0.0:2000)
-r <ip>:<port> = send raw axudp frame
-v = show frames and analytics on stdout

Erklärung:

  • UDPBOX empfängt alle axudp Daten an Port 9001, z.B. von AFSKMODEM (oder auch SONDEMODEM, wenn man Wettersonden damit empfängt). Der Port muss mit der Angabe bei AFSKMODEM übereinstimmen.
  • UDPBOX verfielfältigt (in diesem Beispiel) die AXUDP Daten und sendet sie gleichzeitig an Port 9101 und 9105 weiter. Durch das Weiterleiten an mehrere Ports kann man die empfangenen Daten gleichzeit an mehrere Dienste (APRS.fi, eigener APRS Server) oder eben auch an APRSMAP weitersenden und dort verwenden (siehe nächster Abschnitt). Die Pakete werden quasi nur kopiert und weitergeleitet.
  • Außerdem werden im Ausgabefenster Informationen zu den einzelnen Paketen angezeigt.

APRS Daten an APRS.fi und APRSMAP weiterleiten

xfce4-terminal --title UDPGATE4aprs -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9101 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -g austria.aprs2.net:14580 -p PASSCODE -t 14580 -w 14502 -v -D /home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &

[Optional:]

xfce4-terminal --title UDPGATE4map -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9105 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -M 127.0.0.1:9106 -w 14505 -v -D /home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &

UDPGATE leitet die AXUDP Daten an diverse Server oder Dienste weiter.

Die Parameter:
-s <call> = server call of this server -s MYCALL-10 (-S no callcheck)
-M <ip>:<dport>/<lport>[+<byte/s>[:<radius>]][#<portname>]
-R = same as -M but axudp format
-n <min>:<file> = netbeacon minutes:filename -n 10:netbeacon.txt
-g :<filename> = read gateway urls from file url:port#filter,filter,…
-p <password> = login passwort for aprs-is servers -p 12345. To hide password in commandline use file mode -p pass.txt
-t <localport> = local igate tcp port for in connects -t 14580
-w <port> = port of www server -w 14501
-v = show frames and analytics on stdout
-D <path> = www server root directory (-D /usr/www/)

Erklärung:

  • Die erste Zeile empfängt AXUDP Daten auf dem gleichen Rechner (0.0.0.0) auf Port 9101 (UDPBOX schickt sie dahin).
  • Zwischen 0.0.0.0 und dem Port 9101 ist noch eine Null, diese ist der „destination port“, der aber bei dem reinen RX Gateway irrelevant ist und daher auf „0“ steht.
  • Es wird außerdem alle 10 Minuten eine APRS Bake mit dem Inhalt der Datei „netbeacon.txt“ eingerichtet. Die „Bake“ erzeugt für den APRS-Empfänger ein entsprechendes Symbol auf der Karte bei aprs.fi unter dem Rufzeichen „MYCALL“.
  • Die APRS Daten werden nun alle an den Server austria.aprs2.net auf Port 14580 gesendet (Es kann hier auch ein beliebiger anderer APRS Server eingesetzt werden, z.B. einer im Hamnet aprsc.db0gw.ampr.org).
  • Den Passcode für die Übermittlung (Kann z.B. hier generiert werden: https://apps.magicbug.co.uk/passcode/) übergibt der Paramter „p“.
  • Außerdem werden die einzelnen gesendeten Frames im Terminalfenster ausgegeben.
  • zu den Parameteren -w und -D habe ich keine gesicherten Informationen (werden ggf. noch ergänzt)

Beispielinhalt der netbeacon.txt:

!5014.00N/01100.00E`iGate MYCALL-11 APRS-RX@Raspi3
#
# Geokoordinaten in Grad und Dezimalminuten
# Beispiel: 48°12.83 N = 4812.83N und 016°15.85 E = 01615.85E
  • Die zweite Zeile („Optional“) funktioniert ähnlich.
  • Sie empfängt auf Port 9105 von UDPBOX und schickt diese zusammen mit den eigenen regelmäßigen Baken weiter an den lokalen UDP Port 9106.
  • Diese Zeile ist dafür gedacht, die Daten an das Programm APRSMAP zu senden. Es ist ein Teil der dxlAPRS Tools.
  • Dieses gibt es übrigens auch für Windows. Mit APRSMAP kann man z.B. die empfangenen Daten auf einer Karte darstellen lassen.
  • Eine genauere Einführung zu APRSMAP soll es aber mal später auf dieser Webseite geben.
  • Für die Weitergabe der Daten zu aprs.fi ist die zweite Zeile jedenfalls nicht erforderlich.

In den vorhergehenden Zeilen hat man nun die APRS Signale empfangen, dekodiert und über UDPBOX und UDPGATE4APRS an aprs.fi und APRSMAP weitergeleitet.
Dies sind nochmal alle benötigten Zeilen für einen Einkanal-APRS-RX mit SDR-Stick:

xfce4-terminal --title RTL_TCP0 --geometry 100x15-10-10 -e 'bash -c "rtl_tcp -a 127.0.0.1 -d0 -p 18100"' &
xfce4-terminal --title SDRTST0 --geometry 80x20+420-08 -e 'bash -c "sdrtst -t 127.0.0.1:18100 -r 16000 -s /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c /home/pi/dxlAPRS/aprs/qrg0.txt -v "' &
xfce4-terminal --title AFSKMODEM --geometry 100x20-10+38 -e 'bash -c "afskmodem -f 16000 -o /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -M 0 -U 127.0.0.1:9001:0"' &
xfce4-terminal --title UDPBOX --geometry 104x25-10+320 -e 'bash -c "udpbox -R 127.0.0.1:9001 -r 127.0.0.1:9101 -r 127.0.0.1:9105 -v"' &
xfce4-terminal --title UDPGATE4aprs -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9101 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -g austria.aprs2.net:14580 -p 12345 -t 14580 -w 14502 -v -D
/home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &
xfce4-terminal --title UDPGATE4map -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9105 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -M 127.0.0.1:9106 -w 14505 -v -D /home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &

Außerdem müssen die Datei mit der Audipipe sowie die qrg0.txt mit dem Empfangsfrequenzen und die netbeacon.txt für die eigene APRS Bake erstellt werden.

Die obigen Befehle können dann auch in eine ausführbare Skriptdatei kopiert werden. Es ist sinnvoll zwischen den einzelnen Befehlen eine kurze Pause zu lassen, damit nicht alles gleichzeitig gestartet wird, z.B. so:

xfce4-terminal --title RTL_TCP0 --geometry 100x15-10-10 -e 'bash -c "rtl_tcp -a 127.0.0.1 -d0 -p 18100"' &
sleep 3
xfce4-terminal --title SDRTST0 --geometry 80x20+420-08 -e 'bash -c "sdrtst -t 127.0.0.1:18100 -r 16000 -s /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c /home/pi/dxlAPRS/aprs/qrg0.txt -v "' &
sleep 3
xfce4-terminal --title AFSKMODEM --geometry 100x20-10+38 -e 'bash -c "afskmodem -f 16000 -o /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -M 0 -U 127.0.0.1:9001:0"' &
sleep 3
xfce4-terminal --title UDPBOX --geometry 104x25-10+320 -e 'bash -c "udpbox -R 127.0.0.1:9001 -r 127.0.0.1:9101 -r 127.0.0.1:9105 -v"' &
sleep 3
xfce4-terminal --title UDPGATE4aprs -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9101 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -g austria.aprs2.net:14580 -p 12345 -t 14580 -w 14502 -v -D /home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &
sleep 3
xfce4-terminal --title UDPGATE4map -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9105 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -M 127.0.0.1:9106 -w 14505 -v -D /home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &

Startet man so die einzelnen Tools, sieht man nun in der GUI die einzelnen Felder mit ihren Inhalten. Zum Beobachten der Frequenz eignet sich das Fenster von AFSK Modem sehr gut.

Mehrfrequenz APRS-Empfang

Wenn man so wie beschrieben ein APRS RX Gateway aufsetzt, kann man allerdings gleich eine Erweiterung vorsehen. Denn APRS wird nicht nur auf 144,800 MHz gesendet. Auch die ISS sendet regelmäßig APRS Signale auf 145,825 MHz aus dem Weltraum. Die meisten SDR Sticks können auf einer Bandbreite von 2 MHz empfangen. Man kann hier also gleich direkt beide Frequenzen empfangen, ohne technischen Mehraufwand. Dazu wird nur eine modifizierte qrg0.txt benötigt und ein erweiterter Aufruf von AFSKMODEM.

Hinweis: Es ist auf diesem Wege nicht möglich APRS mit einem SDR-Stick auf 2m und 70cm leichzeitig zu empfangen, da die Frequenzen zu weit auseinander liegen. Dafür müsste man dann zwei Sticks benutzen.

Die Datei Datei qrg0.txt enthält nun eine weitere Zeile mit der zweiten Frequenz:

p 5 0
p 8 1
f 144.80
f 145.825 5 70 0 12500

Hinweis: Für APRS Empfang von der ISS müssen mehr Parameter angegeben werden, da aufgrund des Dopplereffekts auch etwas Spielraum sein muss.

Das AFSKMODEM wird wie folgt gestartet:

xfce4-terminal --title AFSKMODEM --geometry 100x20-10+38 -e 'bash -c "afskmodem -f 16000 -o aprspipe -c 2 -M 0 -c 0 -U 127.0.0.1:9001:0 -M 1 -c 1 -U 127.0.0.1:9001:0"' &

Anders sind hier die folgenden Parameter:

-c 2 -M 0 -c 0 -U 127.0.0.1:9001:0 -M 1
-c 1 -U 127.0.0.1:9001:0

-c2 sagt AFSKMODEM, das es jetzt zwei unabhängige Kanäle gibt (Stereo)
-M 0 definiert Modem 0 auf dem linken Stereo Kanal (-c 0) und die Daten werden gesendet an UDP Port 9001.
-M 1 definiert Modem 1 auf dem rechten Stereo Kanal (-c 1) und die Daten werden ebenfalls gesendet an UDP Port 9001.

Nun empfängt der RaspberryPi gleichzeitig auf zwei Kanälen, dekodiert auch beide und leitet alle Daten weiter an Port 9001, wo wieder die UDPBOX lauscht.

Startskripte und Dateien als Download

Um es etwas einfacher zu machen biete ich hier ein Archiv als Download an, das alle Skripte und Dateien enthält.

Downloadlink:
http://www.dl1nux.de/aprs_skripte.zip

Download unter Linux mit:
wget http://www.dl1nux.de/aprs_skripte.zip

Dieses Archiv enthält folgende Dateien:

  • aprs_start.sh => Startet alle Programme
  • aprs_stop.sh => Beendet alle Programme
  • qrg0.txt => Enthält die Frequenzeinstellungen
  • netbeacon.txt => Definiert die APRS Bake

Die Dateien müssen in den Ordner mit den APRS Tools entpackt werden, z.B. /home/pi/dxlAPRS/aprs

Die Skripte *.sh müssen ggf. noch ausführbar gemacht werden mit dem Befehl chmod 755 DATEINAME

Folgende individuelle Anpassungen müssen in den Dateien noch durchgeführt werden:

aprs_start.sh:

  • Auswahl ob Einkanal- oder Mehrkanalempfang
  • Eigenes APRS Rufzeichen und Passcode
  • Ggf. noch die Programmpfade, falls abweichend

qrg0.txt:

  • Auswahl ob Einkanal- oder Mehrkanalempfang

netbeacon.txt:

  • Eigene Koordinaten
  • Eigenes Rufzeichen
  • Ggf. individuelle Kommentartext

Starten der Programme

Man wechselt in den Programmordner und startet das Startskript

cd /home/pi/dxlAPRS/aprs
./aprs_start.sh

Stand: 16. Januar 2019
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