APRS Empfang mit RaspberryPi, SDR Stick und den dxlAPRS Tools

Im folgenden Beitrag erfahrt ihr, wie ihr mit den dxlAPRS Tools und einem einfachen SDR Stick ein APRS RX (=nur Empfang) iGate auf zwei Frequenzen (144,8 und 145,825 MHz) betreibt und die empfangenen Daten via Internet oder Hamnet zu den APRS-IS Servern und/oder zum Kartenprogramm APRSMAP übertragt.

Ihr solltet bereits ein lauffähigs Linux-System (z.B. auf einem RaspberryPi) mit installierten dxlAPRS Tools haben. Wie das funktioniert, lest ihr auf der Seite „dxlAPRS Tools Grundinstallation„.

An Hardware benötigt man neben dem PC nur noch einen passenden SDR-Stick mit dem üblichen RTL Chipsatz. Dieser sollte selbstverständlich einen Antennenanschluss besitzen, damit man eine ordentliche Antenne daran befestigen kann. Sehr zu empfehlen ist der „nooelec NESDR Smart“. Er hat ein stabiles Aluminiumgehäuse, einen SMA Antennenanschluß und einen TXCO. Ein TXCO ist von Vorteil, da der Stick dann von Haus an sehr Frequenzstabil ist und sich nicht warmlaufen muss bzw. man keinen Frequenzkorrekturfaktor ermitteln muss. Der SDR Stick ist in vielen Shops, aber auch beim großen „A“ erhältlich und kostet aktuell ca. 25-30 Euro.

Info: Natürlich kann man mehr Aufwand betreiben, z.B. mit einem Vorverstärker, Bandfilter usw. aber das überlasse ich mal jedem selbst. Ich selbst fahre auch sehr gut ohne VV oder Filter.

Für den APRS Empfang werden folgende Module aus den dxlAPRS Tools benötigt:

  • rtl_tcp (in GNUradio enthalten; zuständig für die Initialisierung des SDR-Servers)
  • sdrtst (Empfangsmodul)
  • afskmodem (Demoduliert die empfangenen AX25 Pakete)
  • udpbox (sammelt alle Daten und leitet diese im APRS Format weiter)
  • udpgate4 (Leitet die APRS Daten an einen APRS-Server [z.B. APRS.fi] oder APRSMAP weiter)
  • Optional: APRSMAP für die lokale Darstellung der Informationen auf einer Karte (nicht notwendig für den Betrieb als iGate)

Zum Starten der Programme sollte man ein Startskript verwenden. Ein vollständiges Beispiel findet ihr am Ende der Seite als Download.
Natürlich kann man auch alle Befehle einzeln in einem seperaten Terminalfenster starten. Das ist aber alles andere als bequem 🙂

Mit dem Tool xfce4-terminal werden die Befehle jeweils in einem seperaten Fenster innerhalb der grafischen Oberfläche gestartet. So hat man dann bei Bedarf alle Terminalfenster auf einen Blick zusammen.

So schaut ein Befehl mit xfce4-terminal aus:

xfce4-terminal --title FENSTERÜBERSCHRIFT --geometry FENSTERGRÖSSE+POSITION -e 'bash -c "BEFEHL"' &

Jedes so gestartete Terminal erhält die angegebene „FENSTERÜBERSCHRIFT“ und wird mit Angaben zur FENSTERGRÖSSE und -POSITION gestartet und es wird ein BEFEHL ausgeführt.

Alle Befehle werden direkt im Ordner /home/pi/dxlAPRS/aprs ausgeführt. Mann kann den Verzeichnispfad auch dem Systempfad hinzufügen, dann lässt sich das Skript von überall ausführen.

SDR-Stick initialisieren

xfce4-terminal --title RTL_TCP0 --geometry 100x15-10-10 -e 'bash -c "rtl_tcp -a 127.0.0.1 -d0 -p 18100 -n 1"' &

Diese Zeile startet ein Terminal und initialisiert den SDR Server auf dem eigenen Rechner.

Die Parameter:
-a <IP-Adresse> = listen address
-d# = device index (default: 0)
-p <port> = listen port (default: 1234)
-n = max number of linked list buffers to keep

Erklärung:

  • Die „listen address“ gibt den eigenen Rechner (127.0.0.1 ist die interne IP-Adresse des eigenen Rechners) als Kommunikationsquelle an (sofern der Stick am selben Rechner hängt).
  • Der „device index“ gibt an, welcher SDR-Stick angesprochen wird. Wenn man mehrere SDR-Sticks angeschlossen hat, werden diese durchnummeriert beginnend mit d0, d1, d2 usw.
  • Der „listen port“ gibt den TCP Kommuniationsport an. Der SDR Server kann auf TCP Port 18100 „angezapft“ werden. Wenn man mehrere Sticks verwendet, muss jeder auf einem eigenen Port laufen.
  • Mit -n 1 hält man den Datenpuffer sehr klein und verhindert verzögerte Dekodierung
  • Das „&“ am Ende der Zeile bedeutet, dass das Programm im Hintergrund laufen soll und das man am selben Terminal oder in selben Script weitere Befehle eingeben kann.

 

Das Empfangsmodul einrichten

xfce4-terminal --title SDRTST1 --geometry 80x20+420-08 -e 'bash -c "sdrtst -t 127.0.0.1:18100 -r 16000 -s /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c /home/pi/dxlAPRS/aprs/qrg0.txt -v"' &

Diese Zeile startet den Empfänger am angegebenen SDR-Stick. Die Datei qrg0.txt enthält die zu empfangenen Frequenzen und Frequenzparamter, auch die SDR-Stick Korrekturdaten, wenn diese keinen TXCO haben. Die empfangenen Signale werden in eine sogenannte „Audiopipe“ geschickt. Dabei handelt es sich um eine Art Transferdatei, die es ermöglicht Informationen von einem Programm zum anderen zu tranferieren. Diese Transferdatei kann leider nicht in Archive gepackt werden und muss daher von Hand angelegt werden.

Der Name der pipe kann frei gewählt werden, man muss ihn sich jedoch merken, da man diese auch dem folgenden Modul bekannt geben muss.
Mit den folgenden Befehlen wird die pipe angelegt

cd /home/pi/dxlAPRS/aprsmknod aprspipe p

Anschließend findet man eine 0-Byte Datei im Ordner mit dem Namen „aprspipe“

In der Datei qrg0.txt (Die Datei kann natürlich beliebig benannt werden) erfährt der Empfänger, auf welchen Frequenzen er hören muss. Für jede Frequenz wird ein eigener Empfänger angelegt.

#-----------------------------------------------------------------------------------------------------# QRGG0.TXT - von DL1NUX : Keine Tab-Stops bei der Nutzung von Auskommentierungen (#)!!!
# Original von OE3OSB (2017-07-12)
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# f mhz afc(khz) squelch(0..100) lowpass(0..100) ifwidth (hz)
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# comment
# p <cmd> <value> rtl_tcp parameter like 'p 5 50' ppm, 'p 8 1' autogain on
# f <mhz> <AFC-range> <squelch%> <lowpass%> <IF-width> FM Demodulator
# a <mhz> 0 <squelch%> <lowpass%> <IF-width> AM Demodulator
# u <mhz> <IF-shift> 0 <agc speed> <IF-width> USB Demodulator
# l same for LSB
# AFC-Bereich in +-kHz, Squelch 0 aus, 100 offen, 70 ist normal
# Audio Tiefpass in % Nyquist Ausgabefrequenz Sampelrate, 0 is aus
# IF-width 3000 6000 12000 24000 48000 96000 192000Hz für wenig CPU Auslastung
# (192000 nur mit >=2048khz iq-rate), (4th order IIR)
# (SSB 8th order IF-IIR), Andere Werte haben mehr CPU-Last (12000 default)
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# Parameter für SDR Stick:
# p 5 = Frequenz Offset in PPM - Sticks mit TCXO benötigen die syntax p 5 0
# Bei allen anderen Sticks ohne TXCO muss die Frequenzabweichung in PPM berechnet werden
# z.B.: https://github.com/ptrkrysik/gr-gsm/wiki/Installation-on-RaspberryPi-3
# Wenn Ihnen die PPM für den Stick bekannt ist, hängen Sie ihn hier an: p 5 ppm
# Korrekte Syntax für ppm 50 ist p 5 50
p 5 0
#
# p 8 = Automatic Frequency Control (AFC) Frequenz wird automatisch nachgezogen (wichtig bei Dopplereffekt)
# p 8 1 = AFC an / p 8 0 = AFC aus
p 8 1
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# Einstellen der Frequenz(en) (Wichtig: Als MHz-Trennung einen Punkt verwenden, und KEIN Komma (144.8 anstatt 144,8)
# f <mhz> <AFC-range> <squelch%> <lowpass%> <IF-width>
# Beispiel: f 401.0 5 60 0 6300
# f 439.275 0 0 80 20000 (20khz IF, uses more CPU)
# u 439.5001 -700 0 0 600 (USB with 600Hz CW-Filter at 800Hz
#-----------------------------------------------------------------------------------------------------
# Wichtig: Die SDR Sticks haben nur 2 MHz Bandbreite!
# Wenn Sie mehrere Frequenzen überwachen, dürfen diese nicht mehr wie 2 MHz auseinander liegen
# z.B. 144.8 bis 146.7 MHz
f 144.800 # Europäische APRS QRG auf 144 MHz
f 145.825 5 70 0 12500 # ISS APRS QRG

Für normalen terrestrischen APRS Empfang auf 144,8 MHz benötigt die QRG Zeile keine weiteren Parameter. Der „Standard“ passt hier. Für die ISS QRG benötigen wir jedoch weitere Parameter, insbesondere für die AFC, da aufgrund der Fluggeschwindigkeit die Frequenz auch wandern kann.

Erklärung:

  • Wir benutzen einen Stick mit TXCO und benötigen keine Frequenzkorrektur.
  • Die AFC ist an.
  • Wir empfangen in FM auf 144,800 MHz udn 145.825 MHz

Kommen wir nun zurück zum ursprünglichen Befehl:

xfce4-terminal --title SDRTST0 --geometry 80x20+420-08 -e 'bash -c "sdrtst -t 127.0.0.1:18100 -r 16000 -s /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c /home/pi/dxlAPRS/aprs/qrg0.txt -v"' &

Die Parameter:
-t <url:port> = connect rtl_tcp server
-r <Hz> = Output sampelrate Hz for all channels 8000..192000. For FM min. 25% more than rx IF-width
-s <soundfilename> = 16bit signed n-channel sound stream/pipe
-c <configfilename> = Read channels config from file (qrg0.txt)
-v = Show rssi (dB) and afc (khz)

Erklärung:

  • Wir connecten uns an den rtl_tcp Server, den wir mit „rtl_tcp“ initialisiert haben mit einer Samplerate von 16 KHz.
  • Als Bindeglied zu rtl_tcp dient die zuvor erstellte Pipe „aprspipe“.
  • Die Frequenzen bzw. Frequenzparameter sind in der Datei „qrg0.txt“ zu finden (siehe oben).
  • Zeige Signal in dB und AFC in KHz (Ausgabe im Terminalfenster)

AX25 Signale dekodieren

xfce4-terminal --title AFSKMODEM --geometry 100x20-10+38 -e 'bash -c "afskmodem -f 16000 -o /home/pi/dxlAPRS/aprs/aprspipe -c 2 -M 0 -c 0 -L 127.0.0.1:9001:0 -M 1 -c 1 -L 127.0.0.1:9002:0"' &

AFSKMODEM dekodiert die empfangenen Signale auf beiden Kanälen und sendet diese als AXUDP Pakete an zwei seperate Ports raus.

Die Parameter:
-f <num> = adcrate (16000) (8000..96000)
-o <filename> = oss devicename (/dev/dsp)
-c <num> = (0..1) channel parameters follow (repeat for each channel)
Für jeden Kanal seperat:
-M <num> = (0..7) modem parameters follow (repeat for each modem)
-c <num> = use stereo channel 0=left (or mono), 1=right
-L <[x.x.x.x]:destport:listenport> = use axudp instead of kiss /listenport check ip (AXUDP v2)

Erklärung:

  • Die Abtastsrate an der Audiopipe (aprspipe) beträgt 16 KHz (muß mit der Angabe bei SDRTST übereinstimmen).
  • Mit -M werden die einzelnen Modems parametriert. AFSKMODEM unterstützt bis zu 8 Kanäle, mit denen Parallel gearbeitet werden kann, z.B. für verschiedene Baudraten oder bei der Nutzung mehrerer Frequenzen.
  • Da zwei Frequenzen abgehört werden, werden zwei getrennte Kanäle erstellt. Die dekodierten Daten eines jeden Kanals werden an einen unterschiedlichen UDP Port gesendet (9001 und 9002). Dies erlaubt die getrennte Betrachtung beider Kanäle, auch in der Weboberfläche des iGate

Alle Daten einsammeln und weiterleiten

xfce4-terminal --title UDPBOX --geometry 104x25-10+320 -e 'bash -c "udpbox -R 127.0.0.1:9001 -l 127.0.0.1:9101 -l 127.0.0.1:9105 -R 127.0.0.1:9002 -l 127.0.0.1:9102 -l 127.0.0.1:9105 -v"' &

UDPBOX sammelt die Daten der zwei Kanäle per UDP ein und vervielfältigt diese, damit diese mehrfach verarbeitet werden können. Man kann auf dem iGate z.B. APRSMAP installiert haben und damit dann die empfangenen Daten visualisieren und kontrollieren. Sollte man dies nicht benötigen, kann man die UDPBOX auch weglassen. Es schadet jedenfalls nicht der Performance, wenn APRSMAP mitläuft.

Die Parameter:
-R <ip>:<port> = read raw axudp frame, 0 ip read from all (-R 0.0.0.0:2000)
-l <ip>:<port> = send raw axudp frame (AXUDP v2)
-v = show frames and analytics on stdout

Erklärung:

  • UDPBOX empfängt AXUDP Daten an Port 9001 (von 144,8 MHz) und Port 9002 (von 145,825 MHz) von AFSKMODEM. Die Ports müssen mit den Angaben bei AFSKMODEM übereinstimmen.
  • Zur Weiterleitung an das iGate sendet UDPBOX die Daten an Port 9101 und 9102 weiter. Für die Darstellung unter APRSMAP werden beide Datenstränge an Port 9105 gesendet
  • Hinweis: Man kann APRSMAP auch auf einem anderen PC laufen lassen, auch einem Windows-PC. Dazu sendet man die Daten an den passenden Rechner IP-Adresse:Port, z.B. -l 192.168.178.20:9105. Natürlich sollte man dann sicherstellen das der Rechner immer unter der IP-Adresse erreichbar ist und auch keine Firewall die Datenübergabe an APRSMAP blockiert.
  • Außerdem werden mit -v im Ausgabefenster Informationen zu den einzelnen Paketen angezeigt.
  • Man könnte hier beliebig viele UDPBOX Instanzen integrieren, z.B. wenn noch ein Stick mit der 70cm APRS Frequenz mitläuft (mit -R). Die Weiterleitung selbst erfolgt mit dem Parameter -l.

APRS Daten an einen APRS Server weiterleiten

xfce4-terminal --title UDPGATE4aprs -e 'bash -c "udpgate4 -s MYCALL-2 -R 0.0.0.0:0:9101#144800 -R 0.0.0.0:0:9102#145825 -n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt -g austria.aprs2.net:14580 -p 12345 -t 14580 -w 14501 -v -D /home/pi/dxlAPRS/aprs/www/"' &

UDPGATE ist das eigentliche iGate und leitet APRS Pakete an z.B. APRS-Server weiter.

Die Parameter:
-s <call> = server call of this server -s MYCALL-2 (-S no callcheck)
-M <ip>:<dport>/<lport>[+<byte/s>[:<radius>]][#<portname>]
-R = same as -M but axudp format
-n <min>:<file> = netbeacon minutes:filename -n 10:netbeacon.txt
-g :<filename> = read gateway urls from file url:port#filter,filter,…
-p <password> = login passwort for aprs-is servers -p 12345. To hide password in commandline use file mode -p pass.txt
-t <localport> = local igate tcp port for in connects -t 14580
-w <port> = port of www server -w 14501
-v = show frames and analytics on stdout
-D <path> = www server root directory (-D /usr/www/)

Erklärung:

  • Das iGate empfängt AXUDP Daten auf Port 9101 und 9102 auf dem gleichen Rechner (0.0.0.0) von UDPBOX kommend. Die Einzelnen Ports erhalten noch einen Namen (#name) damit man sie auf der Weboberfläche des iGate einzeln erkennen kann (Wichtig: Es werden dann nur die Ports angezeigt, an denen Pakete empfangen wurden. Der ISS Kanal wird daher je nach Aktivität nicht immer sichtbar sein)
  • Zwischen 0.0.0.0 und dem Port 9101 bzw. 9102 ist noch eine Null, diese ist der „destination port“, der aber bei dem reinen Empfangs iGate irrelevant ist und daher auf „0“ steht.
  • Es wird außerdem alle 10 Minuten eine APRS Bake mit dem Inhalt der Datei „netbeacon.txt“ eingerichtet. Die „Bake“ erzeugt für den APRS-Empfänger ein entsprechendes Symbol auf der Karte bei aprs.fi unter dem Rufzeichen „MYCALL-2“.
  • Die APRS Daten werden nun alle an den Server austria.aprs2.net auf Port 14580 gesendet (Es kann hier auch ein beliebiger anderer APRS Server eingesetzt werden, z.B. einer im Hamnet aprsc.db0gw.ampr.org).
  • Den Passcode für die Übermittlung (Kann z.B. hier generiert werden: https://apps.magicbug.co.uk/passcode/) übergibt der Paramter „p“.
  • -t gibt den Port an, auf dem das iGate für eingehende Verbindungen lauscht. Dieser Port darf auf diesem Rechner noch nicht in Benutzung sein und lautet standardmäßg 14580.
  • -w gibt den Port an, auf dem die Weboberfläche des iGate abrufbar ist (auf dem iGate Rechner selbst z.B. mit der Adresse 127.0.0.1:14501 im Browser abrufbar).
  • -D gibt den Pfad an, an dem die Dateien für die iGate Weboberfläche abgelegt sind.
  • Außerdem werden die einzelnen gesendeten Frames im Terminalfenster ausgegeben (-v).

Die Weboberfläche des iGate sieht dann in etwa wie folgt aus. Besonders interessant ist der HEARD Button. Dort kann man die Anzahl der empfangenen Pakete bzw. Bytes pro Rufzeichen sehen.

Beispielinhalt der netbeacon.txt:

!5014.00N/01100.00E`APRS iGate mit dxlAPRS Toolchain 144.800 und 145.825 MHz
#
# Geokoordinaten in Grad und Dezimalminuten ohne Grad-Symbol° (DD MM.MMMM)
# Beispiel 48°12.83 N = 4812.83N und 016°15.85 E = 01615.85E

Die obigen Befehle können dann auch in eine ausführbare Skriptdatei kopiert werden. Es ist sinnvoll zwischen den einzelnen Befehlen eine kurze Pause zu lassen, damit nicht alles gleichzeitig gestartet wird (z.B. „sleep 3“ wartet 3 Sekunden bevor es weitermacht)

APRSMAP

Mit der Installation der dxlAPRS Tools, existiert im Order dxlAPRS/aprsmap ein mächtiges grafisches Programm zur Anzeige der APRS Daten. Es kann natürlich noch viel mehr, daher ist hier auch ein Verweis auf die Webseite von APRSMAP wichtig: http://wiki.oevsv.at/index.php?title=DXL_-_APRSmap

APRSMAP lädt, wenn es Internetzugriff hat, automatisch passende OSM Karten für die Darstellung nach. Um unsere empfangenen APRS Daten nun darzustellen, muss man nur einen Empfangsport einrichten, mehr nicht. Dazu klickt man unter „Config“ => „Rf-Ports“ auf z.B. „RF-Port 1“ und gibt dort den Port, auf dem Empfangen werden soll (in diesem Fall Port 9105) wie folgt ein: „:0:9105“ (natürlich ohne Gänsefüßchen). Dies bedeutet, dass am gleichen Rechner gehört wird (keine Angabe einer IP-Adresse). Der Sende-Port lautet „0“ (es wird nichts gesendet) und der Empfangsport lautet „9105“ (IP-Adresse:destinationport:listeningport). Man könnte hier z.B. auch einen APRS Server eintragen und von dort die Daten empfangen oder auch von APRSMAP aus dort hin senden. Aber das würde hier zu weit führen. Wir benutzen APRSMAP hier nur zur Darstellung der empfangenen Daten.

Und so sieht es dann fertig aus:

Startskripte und Dateien als Download

Um es etwas einfacher zu machen biete ich hier ein Archiv als Download an, das alle Skripte und Dateien enthält.
Achtung: Die Dateien wurden am 22. April 2019 aktualisiert und erweitert!

Downloadlink:
http://www.dl1nux.de/aprs_skripte.zip

Download unter Linux mit:
wget http://www.dl1nux.de/aprs_skripte.zip

Die Dateien müssen in den Ordner mit den APRS Tools entpackt werden, z.B. /home/pi/dxlAPRS/aprs

Info aus der README Datei:

# Wichtige Hinweise:
1. Vor Inbetriebnahme bitte den Abschnitt "Vor Inbetriebahme..." lesen und die Dateien anpassen!!!
2. Alle Dateien aus diesem Archiv bitte mit einem Programm editieren, welches das Unix Zeilenende (LF) unterstützt! Der Windows Editor unterstützt das Unix Format nicht! Bitte alternativ das Programm Notepad++ verwenden.
3. Es sollte mindestens ein Raspberry Pi 2B eingesetzt werden, idealerweise ein ganz aktueller 3B+. Ein Raspberry Pi B der ersten Generation hat leider nicht genug Rechenleistung um die grafische Oberfläche, zwei überwachte Frequenzen und APRSMAP zu bedienen.
4. Alle Anweisungen setzen voraus, dass der dxlAPRS Programmordner unter /home/pi liegt.

# Installationsanleitung
1. Alle *.sh und *.txt Dateien aus diesem Ordner müssen nach /home/pi/dxlAPRS/aprs kopiert werden.
2. Alle *.desktop Dateien aus dem Ordner Desktop müssen nach /home/pi/Desktop kopiert werden.
3. *.sh Dateien sind Startskripte und müssen unter Linux ausführbar gemacht werden mit chmod 755 DATEINAME

# Autostart
Soll eines der Skripte beim Starten des RaspberryPi automatisch ausgeführt werden, bitte die entsprechende *.desktop Datei in den Ordner /home/pi/.config/autostart kopieren. Sollte der Ordner /home/pi/.config im Dateimanager nicht angezeigt werden, muss dies aktiviert werden unter "Ansicht" und "Versteckte anzeigen".

# Dateien und ihre Bedeutung
aprs_start2.sh  Startskript für 2m APRS auf zwei Kanälen (144,800 und 145,825 MHz)
aprs_start70.sh Startskript für 70cm APRS auf einem Kanal (432,500 MHz)
aprs_stop.sh    Beendet alle Prozesse für den APRS Empfang (außer APRSMAP)
netbeacon.txt   Bakendatei für die Netzbake zum APRS-IS Netzwerk (es erscheint ein Symbol auf der APRS Karte für den RX)
qrg2.txt        Enthält die Parameter und Frequenzen für den SDR-Empfang auf 2m
qrg70.txt       Enthält die Parameter und Frequenzen für den SDR-Empfang auf 70cm
readme.txt      Diese Datei 😉

# Vor Inbetriebnahme müssen folgende Parameter in den Dateien angepasst werden
1. aprs_start2.sh bzw. aprs_start70.sh: Im Abschnitt udpgate4 (letzte Zeile) müssen das eigene Rufzeichen (MYCALL) und der passende APRS Passcode (Parameter -p 12345) eingetragen werden. Der Passcode kann, wenn nicht bekannt, unter https://apps.magicbug.co.uk/passcode/ generiert werden.

2. netbeacon.txt: Bitte die eigenen Koordinaten des Empfangsstandortes angeben im Format GRAD MINUTEN. Koordinaten des eigenen Standortes können hier ermittelt werden: https://www.koordinaten-umrechner.de
Von dieser Seite bitte die Koordinaten in "Grad Minuten WGS84" benutzen. Formathinweise in der netbeacon.txt beachten und das Format nicht ändern!

3. qrg2.txt bzw. qrg70.txt: Der parameter "P 5" gibt die Frequenzabweichung des SDR-Stecks in ppm an und ist idealerweise
"0". SDR-Sticks mit TXCO benötigen keinen Korrekturwert (z.B. Nooelec NESDR Smart). Sollten andere als die vorgegebenen APRS Frequenzen verfolgt werden, kann dies in den unteren Zeilen geändert werden. Ein Stick kann in der Regel nur einen Bereich von 2 MHz überwachen. Sollen zwei Frequenzen gleichzeitig abgehört werden, dürfen diese maximal 2 MHz auseinander liegen. Der Empfang von Frequenzen auf zwei Amateurfunkbändern benötigt daher zwei SDR Sticks.

# APRSMAP
APRSMAP ist fertig konfiguriert und lauscht auf Port 9105. Es zeigt alle empfangenen Pakete direkt auf der Karte an. Bei einer vorhandenen Internetverbindung werden Karten automatisch nachgeladen.

# Tipps und Tricks
1. Soll keine Netzbake gesendet werden (Kein Symbol auf APRS Karte sichtbar), kann im Abschnitt udpgate4 folgendes aus dem Aufruf entfernt werden:
-n 10:/home/pi/dxlAPRS/aprs/netbeacon.txt
2. Die Aufteilung der Skripts für 2m und 70cm ist nur auf die Praxis bezogen, da auf 2m zwei Frequenzen existieren und auf 70cm eine. Man kann auch das 70cm Skript benutzen um nur auf 2m eine Frequenz mitzuhören.
3. Die Skripts lassen sich beliebig erweitern, um z.B. auch ADS-B oder Wettersonden parallel zu empfangen. Dazu gibt es aber andere Anleitungen geben. Ich persönlich berteibe einen RPi 3B+ mit zwei Sticks für Wettersonden und einem Stick für 2m APRS (2 QRGs). Benötigt auch bei laufendem APRSMAP nur ca. 40-50% Prozessorleistung.

 

Starten der Programme

Man wechselt in den Programmordner und startet das Startskript, z.B.

cd /home/pi/dxlAPRS/aprs
./aprs_start2.sh

Stand: 14. Juli 2019
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