Ozonsonde aus Uccle (Belgien) bei Wiesenfeld geborgen (3. Januar 2022)

Seit 2019 berge ich gelegentlich Wettersonden in der Region, meistens mit meinem Sohn zusammen. Allerdings auch nur wenn ich mal Zeit habe. Heute war mal wieder so ein schicksalshafter Tag. Nichtsahnend erhielt ich Heute Nachmittag eine WhatsApp Nachricht dass sich eine Ozonsonde aus Belgien in Richtung Coburg bewegen würde. Ganz ungläubig schaute ich mir das an auf wettersonde.net, was die Nachricht bestätigte. Tatsächlich war ich aber gerade dabei mit vorzubereiten etwas einzukaufen, denn die Familie will ja ernährt werden. Also rief ich telefonisch meine Sondenfreunde Sigi DC1NSK und Helmut DG3NCB an und fragte ob sie denn bereits unterwegs wären. Beide verneinten dies und zweifelten daran dass es auch eine Ozonsonde wäre, sie hätten keine Lust. Nach etwas hadern entschied ich mich dann kurzfristig doch noch vor dem Einkaufen „mal schnell“ im Zielgebiet vorbeizuschauen. Zwar hatte ich kein Empfangs-Equipment dabei, aber das Zielgebiet war flach und ohne Wald etc., das sollte also auch auf Sicht möglich sein. Geistesgegenwärtig steckte ich noch ein Paar Gummistiefel ein, das sollte sich bei dem Schmuddelwetter als sehr gute Entscheidung entpuppen.

Im Zielgebiet angekommen beobachtete ich über wettersonde.net die Sonde selbst und die Vorhersage. Bei Wiesenfeld sollte sie runter kommen. Also positionierte ich mich dort und wartete bis sie runter kam. Dann marschierte ich zügig in den Gummistiefeln bis zum vermuteten Landeplatz. Der letzte übermittelte Punkt war ca. 100 Meter über Grund bei ca. 4m/s Fallgeschwindigkeit. Viel weiter konnte sie also nicht sein. Der Flurweg war durchweicht und schlammig, die Gummistiefel haben sich gelohnt.

Am Fundort angekommen war ich froh, denn es war keiner weiter da … freu!

Besonders interessant war, dass auf der Oberseite der Box noch eine Eisschicht war. Vermutlich in der Atmosphäre geforenes Wasser auf dem Deckel.

Bilder von außen:

Das Bild nach dem Öffnen, in die Sonde hinein:

Bilder vom Messwerk in der Sonde:


Bilder von der Befestigung der RS41 an der Ozonbox. Das Original Befestigungsstäbchen an der Oberseite der Sonde, an dem sonst die Schnur befestigt ist, wurde ausgetauscht, eine entsprechende Halterung ist an der Ozonbox angebracht. Zum Entfernen der RS41 aus der Halterung musste die RS41 geöffnet werden, da ich sie von der Halterung nicht abbekam.


Es folgen Bilder der Batteriekonstruktion. Zwei 9V Lithium-Batterien zur Versorgung der Ozonsonde sind in der Unterseite der Styroporbox verstaut. Ein Kabel führt an der Außenseite der Box entlang. Unter Klebeband befindet sich eine Steckverbindung um die Ozonpumpe stromlos zu machen – das habe ich allerings erst zu Hause auf dem Zettel gelesen. Bis dahin brummte sie weiter.

Eine weitere 9V Lithium-Batterie befand sich im Inneren der Box und diente laut Beschriftung für die Heizung. Diese hatte ich als erstes abgeklemmt, die Pumpe lief aber dann noch weiter. Erst als ich die Hauptbatterie abgeklemmt habe, war „Ruhe im Karton“. Also insgesamt drei 9V Lithium Batterien an Bord plus zwei 1,5V Mignon/AA Lithiumbatterien in der RS41.

Bilder vom Deckel:

Bilder vom Finderzettel:

Hier noch ein Kleines Video das ich zu Hause aufgenommen habe, hier hört man noch das Brummen gut.

Übrigens, zum Einkaufen bin ich dann auch noch gefahren. Ein paar „Schellen“ gabs zu Hause dann trotzdem da ich länger fort war als geplant hi hi.

Nachträglich stellte sich heraus, dass Sigi und Helmut doch noch Blut geleckt hatten und auch vor Ort bzw. auf dem Weg waren. Leider etwas zu spät.

Die Sonde hatte übrigens einen langen Flug hinter sich, auch sehr erstaunlich.

Link zu radiosondy.info:
https://radiosondy.info/sonde_archive.php?sondenumber=S3631400

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