4 Element Yagi für 50 MHz

Antennebau 4 Element Yagi für 50 MHz nach DK7ZB in 28 Ohm Technik

Dies ist ein weiterer Erfahrungsbericht vom Bau einer Antenne nach DK7ZB. Da ich Anfang 2006 eine Sondergenehmigung für den Betrieb auf 50 MHz erhalten habe, wurde ich recht schnell QRV auf diesem Band. Mein erstes Bauprojekt war eine 3 Element Yagi mit 2,5m Boom nach DK7ZB, zu sehen unter http://dk7zb.darc.de/6m/3-28-250.htm.

Einige Zeit später veröffentlichte Martin, DK7ZB, im „Funkamateur“ ein neues 50 MHz Yagi Design, mit vier Elementen, aber nur 2,2m Boom. Eine Besonderheit war auch, das sie mit normalem 20mm Vierkant Boomrohr und den bekannten Polyamid Elementhaltern aufgebaut wird. Diese Beschreibung ist auch im Internet unter http://dk7zb.darc.de/6m/428-breit.htm zu lesen.

Neugierig wie ich war, hatte ich schnell beschlossen diese Antenne nach zu bauen, denn das Material war eigentlich schon komplett vorhanden. Dabei wollte ich mich exakt an die Bauanweisungen und an die Umsetzung von DK7ZB halten. Der einzige Unterschied war, dass ich das lange Stück Boomrohr in einem Stück gelassen habe und nicht wie Martin aus zwei Teilen gemacht habe.

A) Boom und Elemente

Die Abmessungen:

Element

Elementposition

Elementlänge

Reflektor

0mm

2980mm (10mm)

Strahler

510mm

2930mm

Direktor 1

965mm

2776mm (10mm)

Direktor 2

2180mm

2574mm (10mm)

Der Boom ist schnell zusammengebaut und die Parasitärelemente schnell zurecht geschnitten, sie bestehen ja nur aus einem Stück. Durch die Elementhalter ist auch keine besondere Elementbefestigung notwendig. Nur zur Verstärkung der Elementhalter sollte man sich Gegenstücke basteln, aus z. B 12×1 mm Rohrstücken. Diese sägt man in die Hälfte. Man erhält eine Halbschale, welche gut über das 10 mm Elementrohr drüber passt. Diese Halbschale sollte mindestens so lang sein wie der Elementhalter. Dort kommt ein Loch hinein, durch welches dann die Befestigungsschraube geführt wird.

B) Masthalterung

Die Masthalterung baue ich aus zwei 20 x 20 x 2 mm Alu-Winkelprofilen, welche oberhalb und unterhalb des (doppelten) Boomrohres befestigt wurden. Seitlich wurden Befestigungslöcher für Auspuffschellen gebohrt, welche die Verbindung zum Mast herstellen.

C) Dipol

Die Dipolkonstruktion ist etwas komplizierter. Die Grundlage bilden zwei Alu-Winkelprofile, idealerweise 30 x 20 x 2 mm und ca. 10 cm lang. Ich habe nur 25 x 15 x 2 mm Profil zur Hand, damit ging es aber auch. Wichtig ist nur, dass eine Seite etwas länger ist.

Diese Winkelprofile werden seitlich an den Boom angebracht, die längere Seite in der horizontalen vom Boom weg, und die kürzere liegt am Boom an. In die längere Seite werden Löcher für die Auspuffschellen gebohrt, welche später das Dipolrohr halten soll. Ich verwendete 28 mm Auspuffschellen dafür.

Der Dipol besteht aus einem Mittelstück mit 16 mm oder 15 mm Alu-Rundrohr, das macht keinen großen Unterschied. Ich verwendete 16 mm Rundrohr. Dieses ist inklusive der benötigten Unterbrechung von 15 mm 500 mm lang, man hat also 2 x 242,5 mm.

Da in die 16 mm Rohre später noch 12 mm Alurohre eingeschoben werden um den Dipol auf die volle Länge zu bringen, muss man die Enden noch mit vier Schlitzen versehen. Dort werden die beiden Rohre dann mit Schlauchschellen zusammen geklemmt:

Diese beiden Rohre werden mit einem Isolierrohr symmetrisch verbunden. Dieses Isolierrohr muss den entsprechenden Innendurchmesser haben, damit man die Dipolrohre einschieben kann. Im Baumarkt wird man in der Regel fündig.

Die Spitzen des 16 mm Rohres müssen exakt 500 mm auseinander liegen und das Isolierrohr sollte symmetrisch in der Mitte der Rohre liegen. Dann kann man auch die Durchführungslöcher für die Kontaktschrauben exakt anzeichnen und bohren. Zur Sicherheit kann man auch die Dipolrohre und das Isolierrohr mit etwas Isolierband gegen Verrutschen fixieren.

Dieses Mittelstück kann man nun schon in der Dipolhalterung montieren.

Nun muss die Dose bearbeitet werden. Ein Loch für die Koaxbuchse muss rein, und ein weiteres Loch gegenüber für die Durchführung des Anpasskabels (DK7ZB Match).Des Weiteren wird aus einem Stück Alu-Blech die Erdung der Koax-Buchse hergestellt. Diese Wird zusammen mit der Buchse an das Gehäuse geschraubt.

Jetzt befestige ich die Dose an dem Dipol und verbinde die Erdung mit dem Boomrohr. Dabei verwendete ich eine der Schrauben, welche die beiden übereinander liegenden Boomrohre zusammenhielten.

Anschließend muss das Anpasskabel vom DK7ZB Match hinein. Es besteht aus zwei parallel geschalteten 75 Ohm Koaxkabeln mit einer Länge vom Lambda/4 mal den Verkürzungsfaktor des verwendeten Kabels. Bei RG59 ist der Verkürzungsfaktor etwa 0,67. Dies macht eine Länge von exakt 1,00 Meter für die Leitung. Dies bezieht sich allerdings auf die vollständig abgeschirmte Länge des Kabels. Die Lötfahnen an den Enden zählen nicht dazu!! Ganz wichtig!

Erst befestige ich das eine Ende des Kabels mithilfe von Kabelschuhen und selbst schneidenden Blechschrauben an den Dipolrohren.

Nachdem das restliche Kabel außen zu einer Rolle aufgewickelt wurde, führe ich das andere Ende des Kabels zurück in die Dose. In der Dose wird der Innenleiter direkt an die Koaxbuchse gelötet und die Abschirmung mithilfe eines Kabelschuhs an eine der Befestigungsschrauben befestigt.

Nun befestige ich die Kabelrolle Außen mit etwas Gewebeband am Boomrohr, damit es sich nicht mehr bewegt. (UV-feste) Kabelbinder sind ebenfalls einsetzbar. Der Deckel kommt auf die Dose und dann ist die Antenne schon fast fertig.

D) Abschlussarbeiten

Abschließend befestige ich alle Elemente auf dem Boom und schiebe die äußeren 12 mm Segmente des Dipols in das 16 mm Rohr. Diese werden mit Schlauchschellen fixiert. So ist ein späteres Abstimmen noch möglich, falls die Resonanzfrequenz mit dem besten SWR nicht den Wünschen entspricht. Nach einem ersten Funktionstest sollte man auch die Kabeldurchführung in der Dose mit z. B. etwas Heißleim abdichten

E) Probeaufbau

Ein erster Probeaufbau im Garten verlief erfolgreich. Das SWR war perfekt und ich vollstens zufrieden. Eine Abstimmung erreicht man nur durch Einschieben oder Ausziehen der 12 mm Segmente am Dipol.

Zu einem späteren Zeitpunkt montierte ich die Antenne auf meinem UKW-Mast auf dem Hausdach, dort ersetzte sie die 3 Element Yagi, welche fortan als Ersatzantenne dient.

 

Ein Gedanke zu „4 Element Yagi für 50 MHz

  1. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht zum Bau der Antenne!
    Ich weiß, wie viel Arbeit so etwas macht, da ich für unseren AFU-Club auch für die HP zuständig bin.
    Diese Antenne mit 4 Elementen (oder doch 5 HI) möchte ich mir ebenfalls bauen.

    vy 73 de Andi

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