3 Element Yagi für 28 MHz

Nachbau einer 3 Element Yagi für 28 MHz im 28 Ohm Design nach DK7ZB

URL: http://dk7zb.darc.de/3-Ele-Kurzwelle/10m-28Ohm.htm

Vorwort:

in diesem Erfahrungsbericht schreibe ich nur meine persönlichen Bauerfahrungen nieder und zeige wie man bestimmte mechanische Probleme beispielsweise handhaben kann. Meine Lösungen sind kein Muss und bestimmt noch verbesserungsfähig. Es dient lediglich als Hilfe für Diejenigen, welche sich durch die Bauanleitungen von DK7ZB über die mechanischen Einzelheiten kein Bild machen konnten und daher nach Ideen suchen. Über positives Feedback würde ich mich aber trotzdem freuen.

Die Abmessungen der Yagi von DK7ZB:

16×1,5mm

12x1mm

Position

Reflektor

1,00m

1,705m

0m

Strahler

1,00m

1,57m

1,36m

Direktor

1,00m

1,40m

3,00m

A) Entscheidungen treffen…

Nachdem die Kurzwellenyagis in ihrer mechanischen Ausgestaltung etlichen Spielraum lassen, muss man bei Beginn einiges erstmal grundsätzlich festlegen:

– Boomrohr Art und Durchmesser (z. B. Rundrohr oder Vierkantrohr)

– Befestigung der Parasitärelemente (Abhängig vom verwendeten Boomrohr)

Beispiele:


Bild 1: Befestigung mittels Auspuffschelle und Alu-Winkel am runden Boomrohr (Quelle: DK7ZB)


Bild 2: Befestigung mit einer (selbstgebauten) „Halteklammer“ am Vierkantboom

– Befestigung des Strahlers


Bild 3: Befestigung mit Winkeln quer zum Boom (Quelle: DK7ZB)


Bild 4: Befestigung mit Winkeln längs zum Boom (Quelle: DK7ZB)

 

Für meine Zwecke habe ich mich folgendermaßen entschieden:

Als Boomrohr verwendete ich ein 30 x 30 x 2 mm Aluminium Vierkantrohr. Die Elemente befestige ich mit selbstgebauten Halteklammern wie oben abgebildet. Sie bestehen aus einer Alu-Platte 60 x 60 x 2mm. Den Strahler befestige ich wegen der langen Spannweite mit Haltewinkeln quer zum Boomrohr. Genauere Angaben folgen im Anschluss.

B) Bauteile zusammentragen

Ich benötige 3,10 m Boomrohr 30 x 30 x 2 mm. Die 10 cm Überschuss dienen als Reserve für die Elementbefestigung, da Reflektor und Direktor genau 3,0 m auseinander liegen. An jedem Ende werden also 5 cm mehr vorgesehen.

Weiterhin werden benötigt:

– 3 x 2 m Alu Rundrohr 16 x 1,5 mm für die Elementmittelstücke
– 2 x 1,755 m Alu Rundrohr 12 x 1 mm für den Reflektor (5 cm Reserve eingerechnet da die Rohre ja etwas ineinander geschoben werden)
– 2 x 1,67 m Alu Rundrohr 12 x 1 mm für den Strahler (10 cm Reserve, da ja Abgleich notwendig werden kann)
– 2 x 1,45 m Alu Rundrohr 12 x 1 mm für den Direktor (5 cm Reserve)

– Winkelmaterial für Masthalterung und Dipolhalterung, z. B. 25 x 15 x 2 mm oder 25 x 20 x 2 mm aus Aluminium
– Auspuffschellen für die Dipolhalterung mit 28 oder besser 25 mm Durchmesser
– Auspuffschellen für die Masthalterung, abhängig vom verwendeten Mastrohrdurchmesser (z. B. 45 mm, 52 mm, 60 mm usw.)
– Alublech für die Erdung der Koaxialbuchse am Boom und den Bau der Elementhalterungen
– Isolierrohr zum Verbinden der beiden Strahlerhälften
– Koaxialbuchse mit 4-Loch-Flansch
– sowie diverse Kleinteile wie z. B. Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben, lötbare Kabelschuhe usw.

C) Direktor und Reflektor

C-1) Mittelstück

Die Mittelstücke bestehen aus 16 x 1,5 mm Alu Rundrohr und sind genau 1m lang. In der Mitte davon möchte ich die Halteklammern befestigen. Dafür nehme ich ein Alublech mit ca. 6 x 6 cm (mindestens 2 mm dick) und bohre Löcher für die Befestigung am Boomrohr und die Verbindung zum Elementrohr hinein. Ich verwende M6 Schrauben da diese einen guten Halt gewährleisten aber auch noch nicht zu dick sind das sie das 16er Rohr zu sehr „durchlöchern“. Für die Elementbefestigung sind 20 mm lange Schrauben OK, für die Boombefestigung habe ich 40 mm lange Schrauben gewählt, da ja schon das Boomrohr 30 mm Durchmesser hat und noch Platz für Mutter und Unterlegscheibe benötigt wird. In den Boom kann man dann auch gleich die Löcher für die Boombefestigung bohren und gleich die Festigkeit überprüfen. Meistens kann man das Element, wenn es noch nicht fest angezogen ist noch etwas justieren, falls man nicht exakt gebohrt hat bzw. bohren kann. Sobald man aber die Schrauben am Boom gut festzieht, sitzen die Rohre ganz fest drauf.

Bei der Bemessung der Halteplatte sollte man unbedingt bedenken, dass die Länge des Elementrohres, die auf einer mit dem Boom verbundenen Platte aufliegt und somit elektrischen Kontakt hat, elektrisch kurzgeschlossen ist. Daher darf diese Platte nicht zu lang werden, da sich sonst das Element elektrisch zu stark verkürzt und im schlimmsten Fall das Richtdiagramm und alle wichtigen Werte darunter leiden. 6 x 6 cm sind ein guter Kompromiss und bieten neben einer guten Stabilität einen geringen elektrischen Kurzschluss gegenüber der Wellenlänge des Antennensystems.

Eine Alternative wäre eine isolierte Anbringung der Elementrohre, was aber auch zu mehr Aufwand führt. Für meine Zwecke tut es meine Variante hier.

Eine Halteplatte als Verbindungsstück zwischen Boom und Elementrohr. Man könnte auch das Elementrohr direkt an das Boomrohr Schrauben, allerdings hätte ich so maximal 2 cm Abstand zwischen beiden Schrauben. Das immerhin rund 5,5 m lange Element wäre durch die große Windangriffsfläche daher nur schlecht gegen Verdrehen (Wind oder auch versehentlich) gesichert. Abhilfe schafft eine etwas breitere Halteklammer, bei der die Schrauben zumindest gut 4 cm auseinander sind. Das ist wesentlich stabiler.


Bild 5: Elementbefestigung mit Halteplatte


Bild 6: Montierte Ansicht der Elementbefestigung (gleiches Bild wie oben)

C-2) Enden der Parasitärelemente

Die Endstücke der Elemente werden mit 5 cm mehr als nötig zurechtgeschnitten. Die Angaben von DK7ZB beziehen sich auf die herausstehende Länge. Daher werden 5cm extra gerechnet, welche dann in das 16er Rohr eingeschoben werden. Dies tut man dann auch und misst dann noch mal nach ob das herausstehende Ende die genau vorgesehene Länge hat. Wenn die Länge stimmt, fixiert man beide Rohre erstmal mit z. B. Isolierband, damit die Rohre nicht wieder verrutschen.

Zur Befestigung gibt es nun mehrere Möglichkeiten:

– Befestigung mit Selbstschneidenden Blechschrauben (für dauerhafte Montage z. B.)
– Befestigung mit Gewindeschrauben und Muttern (für feste Montage, aber dennoch zerlegbar)
– Befestigung mit Schlauchschellen (für z. B. Portabelbetrieb geeignet)

Bei der ersten Variante nehmen wir die beiden fixierten Rohre und bohren von einer Seite (und nur diese eine Seite) jeweils zwei Löcher in die Übergangsebene. Wichtig ist das beide Rohre ineinander stecken. Bohrt man die Rohre einzeln, besteht die Gefahr dass man falsch bohrt und es zum Lochversatz oder zu Fehllängen am Endrohr kommt. Also beide Rohre gemeinsam durchbohren, und das ganze zweimal. Doppelt hält besser! Auf die Länge des äußeren Rohres achten und gegebenenfalls mit Isolierband gegen verrutschen sichern. Danach Späne entsorgen, Loch entgraten, Schrauben eindrehen und darauf achten das sie fest sitzen. Wichtig ist das man nur eine Seite der Rohre durchbohrt. Bohrt man beide Seiten durch gibt’s ein unschönes Loch mehr und die Gefahr von Wasseransammlungen im Rohr, das hängt dann aber auch von der endgültigen Montage ab. Man könnte auch ganz durchbohren und einfach eine Lange Schraube durchdrehen, aber das sieht nicht so toll aus birgt Verletzungsgefahr wegen dem herausstehenden spitzen Ende der Schraube. Das machen wir für jedes Element und für jede Hälfte. Alles klar soweit? Diesen Teil haben wir hiermit fertig!

Bei der zweiten Variante gehen wir wie bei der ersten vor, allerdings bohren wir die beiden Rohre zusammen komplett durch (beide Seiten) und verschrauben diese mit z. B. M3 Gewindeschrauben (M3 x 20 mm z. B.) miteinander.

Bei der dritten Variante sägen wir in das 16er Rohr seitlich vier Schlitze. Nicht vergessen vorher am 12er Rohr den Punkt zu markieren wie weit man dieses in das 16er Rohr einschieben muss (am besten einen Ring komplett rundherum zeichnen mit wasserfestem Stift). Nun schieben wir die Rohre ineinander, stülpen die Schlauschelle drüber und ziehen sie mit einem Gabelschlüssel fest (Nicht mit einem Schraubendreher, der beschädigt nur den Schlitz). Für Portabelbetrieb gibt es nichts besseres als diese Variante. Jederzeit zerlegbar!

Ich selbst habe Variante zwei gewählt:


Bild 7: Beide Elementrohre nebeneinander liegend, gebohrt.


Bild 8: Zusammengeschraubte Elementrohre (Ihr könnt ruhig kürzere Schrauben nehmen, ich hatte nur keine kürzeren auf Lager hi)


Bild 9: Rohrende mit eingesägten Schlitzen zur Aufnahme der Schlauchschelle für die Portabelversion bzw. auch für den Dipol

 

Die Schrauben sind etwas zu lang, da ich keine kürzeren auf „Lager“ hatte. Aber das spielt ja keine große Rolle 🙂

D) Dipol

Grundsätzliches:

Der Dipol ist in der Mitte mit 15 mm Abstand unterbrochen. Über die Mitte wird ein Isolierrohr gestülpt, damit kein elektrischer Kontakt zum Boom vorhanden ist. Man benötigt also ein Kunststoffrohr mit einem Innendurchmesser von gut 16 mm. Gefunden habe ich ein Hart-PVC Rohr mit 19,5 mm Durchmesser und einer Wandstärke von 1,5 mm. Übrig bleiben also 16,5 mm Innendurchmesser. Ideal für unsere Zwecke. Zu eng darf es ja auch nicht sein.

D-1) Dipolhalterung

Den Dipol montiere ich über zwei Alu-Winkeln (25 x 15 x 2 mm, 20 cm lang), welche quer zum Boom befestigt werden. An jedem Ende der Winkel bohre ich ein Loch, in die dann die Auspuffschelle gesteckt wird, welche das Isolierrohr halten soll. Das Strahlerrohr schwebt sozusagen über dem Loch zwischen den beiden Winkeln.


Bild 10: Schrägansicht der Dipolbefestigung


Bild 11: Seitenansicht der Dipolbefestigung


Bild 12: Detaillierte Spitzenansicht der Dipolbefestigung. Man sieht deutlich die gegenüberliegenden Alu-Winkel und die daran befestigte Auspuffschelle zur Aufnahme des Strahlerrohres.

D-2) Dipol – Mittelstück

Das Mittelstück mit den zwei 16 mm Rohren ist insgesamt 1 m lang, von Spitze zu Spitze. Wenn man die 15 mm Abstand in der Mitte berücksichtigt, ist jedes Rohr 492,5 mm lang. Hat man die beiden Rohrhälften in das Isolierrohr gesteckt und mit Isolierband fixiert, prüft man noch nach ob die gesamte Länge von Spitze zu Spitze genau 1 m beträgt. Und das Isolierrohr sollte natürlich genau mittig sitzen. Ausgehend von der 15 mm Lücke in der Mitte, bohrte ich jeweils 12,5 mm (7,5 + 5 mm) von der Mitte des Isolationsrohres die Befestigungslöcher für die Schrauben, mit der die Anpassleitung an den Rohren befestigt wird. Bevor man das Mittelstück zusammensetzt, sollte man noch an den Rohrenden, welche nach Außen zeigen und in die später die äußeren Elementrohre gesteckt werden, mit vier Schlitzen versehen (siehe auch BILD 9), damit man später an dieser Stelle mit einer Schlauschelle das Mittelrohr und das Endrohr miteinander verbinden kann.


Bild 13: Das Dipolmittelstück mit im Isolierrohr eingeschobenen 16mm Rohren und Vorgebohrten Löchern für die Befestigungsschrauben

Wenn man die Befestigungslöcher für die Halterung an den Boom bohren will, muss man darauf achten das der Dipol genau über der vorgesehenen Stelle „schwebt“, somit auf der richtigen Position liegt. Das ist im Prinzip ganz einfach. Ich habe ja auf dem Boomrohr die Dipolposition mit einen Stift angezeichnet. Dann messe ich genau die Breite der Dipolhalterung, teile diese durch Zwei und zeichne dann am Boom jeweils links und rechts vom „Mittelstrich“ die halbe Breite von der Dipolhalterung an. Nun habe ich genau die Positionen angezeichnet auf welche ich die Dipolhalterung lege. Links liegt sie auf dem Strich und recht liegt sie auf dem Strich. Wenn man nun auch alles schön symmetrisch gebohrt hat, liegt das Dipolrohr nun genau über dem Mittelstrich. Die richtige Position ist somit gefunden.

Nun messe ich die Bohrlöcher auf den Alu-Winkeln zur Befestigung am Boom aus (auf die Symmetrie achten!). Ich wähle zwei Löcher pro Winkel, um einen festen Halt zu garantieren. Je weiter die beiden Löcher pro Winkelseite auseinander sind, desto stabiler und verdrehsicherer wird die Konstruktion.

Um die Befestigungslöcher im Boom zu Bohren lege ich die Halterung wie vorgesehen über den Boom und markiere die nötigen Bohrstellen am Boom durch die bereits gebohrten Löcher in den Alu-Winkeln. So sollte es auch passen. Als Befestigungsschrauben habe ich hier M4x40 mm Gewindeschrauben gewählt.


Bild 14: Montierte Dipolhalterung

Das Dipolmittelstück kann man nun schon mal in die Halterung einsetzen und festziehen, damit sich nichts mehr bewegt. Die Löcher für den Anschluss zur Anpassleitung sollten selbstverständlich schon vorgebohrt sein.

Ist man soweit fertig, kann man schon mal probieren ob die äußeren Rohre gut einsteckbar sind an den Enden des 16er Rohres. Die 12er Rohre sollten problemlos in die 16er Rohre einschiebbar sein. Nun schaut man dass man die richtige Länge erhält, es zählt ja das Maß von Spitze zu Spitze. Hat man die richtigen Maße, zeichnet man diese Position am äußeren Rohr an, um späteres Einschieben zu erleichtern. Auch die Festigkeit der Schlauschelle kann man schon mal testen in dem man Sie über die Rohre stülpt und dann festzieht. Für die weiteren Arbeiten sollte man die äußeren Rohre allerdings wieder rausnehmen, damit ist das Werkstück etwas besser zu handhaben.

 

D-3) Anschlussdose und Montage

Nun bearbeiten wir die Anschlussdose. Zuerst bohren wir die Löcher für die Koaxialbuchse. Erst ein ca. 17er Loch für das Koaxgewinde (es reicht meist wenn man den äußersten Ring komplett ausschneidet), dann viermal 3,5 mm Löcher für die Befestigungsschrauben. Achtet darauf das die Buchse anschließend ganz an der Dosenwand anliegt. Bei machen Dosen sind Verstrebungen an der Innenwand angebracht welche dann stören. Diese sollte man vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernen.


Bild 15: Vorgebohrte Anschlussdose

Probiert im Anschluss dann aber auch ob alles passt und die Löcher die richtige Positionen haben:


Bild 16: Gebohrte Anschlussdose mit Koaxbuchse

Nun baut man sich den Erdungswinkel. Man nimmt ein Stück Alublech, ca. 30 mm breit (aber mindestens 25 mm breit) und bohrt auch in dieses Löcher für das Koaxgewinde und die Befestigungslöcher. Anfangen tut man mit dem großen Loch. Man markiert auf dem Blech den Mittelpunkt und fängt mit einem kleinen Bohrer an, z. B. 4 mm. Dann steigert man sich … 8 mm … 12 mm … 14 mm, und letztendlich mit einem 17 er Bohrer. Die tatsächlichen Größen spielen keine Rolle, es sollte nur langsam aufsteigend sein. Wenn man zu schnell auf große Bohrer umsteigt, hat der Bohrer „zu viel zu tun“ und bohrt nur noch unsauber bzw. zerstört unter Umständen das Werkstück vorzeitig. Also immer schön der Reihe nach bohren. Dann klappt es auch.

Danach stecken wir die Koaxbuchse durch das gebohrte Loch und markieren von hinten die vier Befestigungslöcher auf dem Blech und bohren diese anschließend mit 3,5 mm durch. Das Endergebnis sollte etwa so aussehen:


Bild 17: Gebohrtes Erdungsblech

Dieses Blech verschraubt man nun mit der Koaxbuchse und der Anschlussdose:


Bild 18: An der Anschlussdose montiertes Erdungsblech

Dazu nimmt man M3 x 10 oder M3 x 12 mm Schrauben aus Edelstahl. Es schadet nicht auf jeder Seite noch eine kleine Unterlegscheibe zu verwenden.

Wenn man nun die Dose oben auf das Dipolmittelstück legt, lässt man das Erdungsblech an dem Alu-Winkel anliegen und markiert sich die Stelle, an der das Alublech abgeschnitten werden kann. Es reicht wenn das Alublech bis zum Boom hinab reicht und die Anschlussdose dabei waagerecht auf dem Mittelstück liegt. Nun bohrt man in das Alublech und den Aluwinkel ein oder zwei 3 mm Löcher, sodass man Blech und Winkel mit kurzen 3 mm Schrauben elektrisch verbinden kann. Alternativ kann man das auch mit Blechschrauben machen, Gewindeschrauben sind aber immer problemlos lösbar, Blechschrauben nicht. Wenn sie ihr Gewinde mehrmals geschnitten haben, ist irgendwann Schluss mit der Festigkeit. Das ganze sieht dann etwa so aus:


Bild 19: Fertig montierte Dipolhalterung mit Anschlussdose, von vorne

Sollte man den Dipol anders befestigen, kann man das Erdungsblech unten um 90 Grad abwinkeln und mit einer dicken Schraube am Boom direkt befestigen.


Bild 20: Fertig montierte Dipolhalterung mit Anschlussdose, von oben

D-4) DK7ZB 28 Ohm Anpassleitung

Die Anpassleitung besteht aus 2 x Lambda/Viertel * Verkürzungsfaktor des verwendeten Kabels. Verwendet werden muss 75 Ohm Antennenkabel. Bei RG59 rechnet man wie folgt:

Lambda/Viertel für 28,4 MHz (Mittelpunkt zwischen 28 und 28,8 MHz, der meist benutze Frequenzbereich auf 10m) beträgt 2,64 m. Multipliziert mit dem Verkürzungsfaktor 0,66 des RG59 bedeutet das eine Länge von 1,74 Meter für die Anpassleitung. Die Länge bezieht sich auf die komplett abgeschirmte Leitung des Anpassgliedes, also die gesamte Länge der Seele welche von der Abschirmung umgeben ist. Die Lötfahnen an den Enden zählen daher nicht mehr dazu, sollten aber auch nicht zu lange bemessen werden. Nur so lange wie nötig.

Unsere Anpassleitung besteht also aus 2 mal parallel geschalteten RG59 Koaxkabeln mit je 1,74m abgeschirmter Länge. An den Enden werden jeweils die Seelen und die Abschirmungen der Kabel zusammengefasst. Auf der einen Seite wird die Anpassleitung mit den beiden Strahlerhälften verbunden, auf der anderen Seite mit der Koaxialbuchse.

Neben RG59 kann man jedes andere 75 Ohm Antennenkabel benutzen, sofern man dessen Verkürzungsfaktor weiß. Im folgenden Beispiel wurde SAT-Kabel für eine 70cm Yagi verwendet:


Bild 21: Ein Beispiel einer Anpassleitung, in diesem Fall mit SAT-Koaxkabel.

Nachdem die Anschlussdose bereits auf dem Dipol befestig wurde, baut man nun die Anpassleitung hinein. In die der Koaxbuchse gegenüberliegenden Seite macht mein ein Loch zur Durchführung der Anpassleitung. Dort geht die Leitung raus und wieder rein. Außen bildet man mit dem Kabel eine Rolle, dies dient Nützlicherweise auch noch der Unterdrückung von Mantelwellen.

Zuerst befestigt man das eine Ende der Anpassleitung an den Dipolhälften. Dazu lötet man an die Drahtenden schon einmal Kabelschuhe an. Man sucht sich nun die Punkte über den Befestigungslöchern im Dipol. Dort schraubt man dann mit Selbstschneidenden Blechschrauben die Kabelschuhe mit den angelöteten Drahtenden der Leitung in den Dipol und achtet darauf das die Schrauben auch fest sitzen.


Bild 22: Anpassleitung an den Dipolenden montiert

Außen rollt man das lange Koaxkabel dann zu einer Rolle auf und führt das Ende über das Loch in der Dose wieder nach Innen. An diesem Ende lötet man nur an die Abschirmung einen Kabelschuh (M3) und befestigt diesen an einer Befestigungsschraube von der Koaxbuchse. Die Seele des Kabels lötet man direkt an den Mittelkontakt der Buchse.


Bild 23: Anpassleitung an Dipol und Koaxbuchse montiert

Diese beiden Bilder stammen vom Bau der 4 Element für 6m, aber die Kabelbefestigung ist identisch bei dieser Antenne hier.

E) Masthalterung

Für die Masthalterung gibt es viele Möglichkeiten. Beispielsweise mit einer großen Metallplatte an die man U-Schellen oder noch besser Auspuffschellen befestigt. Es geht aber auch einfacher und billiger.

Dazu nimmt man zwei Alu-Winkel, z. B. 25 x 25 x 2 mm, und befestigt diese oben und unten am Boom, so dass die längeren Winkelflächen nach oben oder unten weg stehen. An diese Winkel montiert man Auspuffschellen entsprechend dem Durchmesser des Mastrohres welches man verwendet. Die Auspuffschelle darf auch etwas größer ausfallen.

Da ich einen 45 mm Mast für die Antenne vorgesehen habe, verwende ich 45er Auspuffschellen. Doch erstmal der Reihe nach:

Ich bearbeite die Aluwinkel und bohre 4,5 mm Löcher für die Befestigung am Boomrohr (2 x M4 Schrauben) sowie 9 mm Löcher zur Aufnahme der Auspuffschellen, welche 8 mm Bügeldurchmesser haben. Die Position der 9 mm Löcher für die Auspuffschellen sollte man so bemessen, dass sie sich nicht zu nah am Boom befinden, da man sonst Probleme beim Festziehen der Muttern bekommt. Also möglichst weit Außen aber trotzdem noch stabil.


Bild 24: Der bearbeitete Winkel, davon benötigt man zwei identische

Die Löcher für Boombefestigung und Auspuffschelle sollten sich nicht überschneiden, da man sonst Probleme beim Festziehen der Muttern bekommt.


Bild 25: Die beiden am Boomrohr mit M4x40er Schrauben montierten Winkel


Bild 26: Die fertig montierten Winkel inklusive Auspuffschellen

F) Zusammenbau

Nun kann man die Antenne zusammenbauen. Man montiert Direktor und Reflektor, schiebt die äußeren Enden des Dipols in das Mittelstück und zieht die Schlauchschellen fest. Nun sollte man noch überprüfen ob alle Abmessungen der Elemente stimmen (Spitze zu Spitze) und dass auch alles symmetrisch ist.

Ein erster Testaufbau sollte eigentlich erfolgreich verlaufen. Ich montiere die Antenne auf ihrer späteren Position auf einem 6m Aluminium Mast im Garten. Sie funktioniert tadellos. Das SWR ist gut (also ohne das der TRX die Leistung herunterregelt) zwischen 27,6 und 28,6 MHz. Durch ein weiteres Einschieben der äußeren Dipolelemente um je 2 cm verschiebt sich das SWR Gebilde um ein paar KHz nach oben. Ein gutes SWR herrscht nun zwischen ca. 27,9 und 28,9 MHz, ideal für meine Zwecke. Im oberen FM Bereich lässt sich die Antenne problemlos mit dem internen Tuner des Kenwood TS2000 anpassen. Nach ersten Tests zeigt sich auch noch dort eine deutliche Richtcharakteristik.

Nach den ersten Tests baue ich die Antenne wieder ab und dichte erstmal alle Öffnungen an der Anschlussdose gut ab, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Dies mache ich mit Heißleim. Besser wäre es die Antenne mit PU (Polyurethan) Bauschaum oder Epoxydharz auszufüllen. Mir reicht es aber so.


Bild 27: Alle Öffnungen abgedichtet mit Heißleim


Bild 28: Fertig montierte Yagi bei schlechtem Wetter 🙂


Bild 29: Fertig montierte Yagi bei gutem Wetter 🙂 , im Hintergrund steht der 10m Alumast mit der FD4

G) Erfahrung im Funkbetrieb

Als Vergleichsantennen benutze ich eine FD4 in 10m Höhe und eine A99 Vertikalantenne mit 5,5m Länge montiert auf dem Hausdach.

Das Grundrauschen im Gegensatz zur A99 ist bedeutend geringer, das Band ist schön ruhig. Die Richtwirkung ist sehr gut. Die Signale von Stationen in der Hauptstrahlrichtung sind wesentlich lauter als mit der A99 und der FD4, was durch das geringere Grundrauschen noch zusätzlich zum tragen kommt.

Schwache (DX) Stationen, die an der Yagi gerade noch zu hören sind, sind an der A99 oder der FD nicht mal zu erahnen.

Am 7. Juli 2006 rufte ich Spätabends mit der Yagi-Antenne in Richtung Südamerika CQ in CW und schaute mal ob sich was tut. Nach ein paar EU Stationen via Sporadic E wurde ich um 22.19 und 22.30 UTC von HK3BVD (Kolumbien) und HI8RV (Dominikanische Republik) angerufen. Die Signale waren mit viel QSB aber sehr gut lesbar, mit 559 und 519. Ich erhielt die Rapporte 559 und 529. Ich machte während der QSO’s Signalvergleiche an den beiden anderen Antennen, doch dort was außer Rauschen nichts zu lauschen. Danach kamen noch ein paar Europäische Stationen rein.

Allein schon wegen der beiden QSO’s hat sich der Bau der Antenne gelohnt 🙂 So macht Amateurfunk Spaß.

Eine kleine Anmerkung noch: An dem Mast im Garten habe ich etwa 270 Grad freie Umgebung. In den Restlichen 90 Grad steht das Wohnhaus in etwa 10m Entfernung und noch weiter drei Weitere Wohnhäuser. Wenn ich die Antenne in Richtung Wohnhaus drehe, steigt das SWR stark an, ist aber noch im vertretbaren Bereich. Dies demonstriert wie wichtig eine freie Umgebung bei Kurzwellenyagis ist. Das sollte man also nicht unterschätzen. Eine Kurzwellenyagi sollte man daher möglichst hoch und freistehend aufbauen, damit sie eine gute Performance bringt.

Falls jemandem diese Bauanleitung geholfen hat, hat sich die ganze Arbeit hier ja schon gelohnt. Antennenbau macht einfach Spaß und der anschließende Erfolg beim Funkbetrieb ist die Krönung. Ich kann nur jedem Funkamateur die Antennen von DK7ZB wärmstens empfehlen. Sie funktionieren auf Anhieb sehr gut und sind auch nachbausicher.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg beim Antennenbau! Über positive Reaktionen würde ich mich sehr freuen!

Kontakt: dl1nux – at – gmx . de

73 de DL1NUX

 

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